TÜV und Hauptuntersuchung beim Wohnmobil: Was wirklich geprüft wird

Die bunte Plakette auf dem hinteren Nummernschild gerät im Alltag oft in Vergessenheit. Meistens fällt sie Ihnen erst auf, wenn die Werkstatt daran erinnert oder der Nachbar beiläufig darauf hinweist, dass der Termin überfällig ist. Die Hauptuntersuchung - umgangssprachlich fast immer nur TÜV genannt, auch wenn Dekra, GTÜ oder KÜS prüfen - ist der Pflichttermin, um den kein Wohnmobilist herumkommt. Eine knappe Stunde, in der das rollende Zuhause auf Herz und Nieren geprüft wird.

Klingt nach lästiger Pflicht? Ist es vielleicht auch. Aber der Prüfer in der Grube ist nicht Ihr Feind. Er sucht nach dem, was Sie im Urlaubsalltag nicht sehen: der angerosteten Bremsleitung, dem ausgeschlagenen Traggelenk, der porösen Fahrwerksbuchse. Sie merken davon am Steuer oft nichts - bis auf einer langen Passabfahrt in den Alpen die Bremsleitung nachgibt.

In diesem Ratgeber geht es darum, was der Sachverständige bei der Hauptuntersuchung wirklich prüft, welche Fristen für Ihr Wohnmobil gelten und wie Sie sich eine unnötige Nachprüfung ersparen.

Wie oft muss das Wohnmobil zur Hauptuntersuchung?

Die Fristen für die Hauptuntersuchung (HU) inklusive der integrierten Abgasuntersuchung (AU) hängen beim Wohnmobil von zwei Faktoren ab: der zulässigen Gesamtmasse und dem Alter des Fahrzeugs. Die rechtliche Grundlage bildet § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) in Verbindung mit Anlage VIII. Sie zieht zwei Gewichtsgrenzen: bei 3.500 und bei 7.500 Kilogramm.

Die leichten Camper: bis 3.500 kg

Wenn Sie einen Kastenwagen oder ein klassisches Reisemobil mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3.500 Kilogramm fahren, haben Sie es einfach: Für Ihr Fahrzeug gelten dieselben Intervalle wie für einen Pkw.

Nach der Erstzulassung eines Neufahrzeugs haben Sie drei Jahre Ruhe, bis die erste Hauptuntersuchung fällig wird. Danach müssen Sie Ihr Wohnmobil alle 24 Monate bei einer Prüforganisation vorführen. Dabei bleibt es in dieser Gewichtsklasse, egal wie alt das Fahrzeug wird: Auch ein 20 Jahre alter Ducato bis 3,5 Tonnen muss nur alle zwei Jahre zur Prüfung.

Die schwere Klasse: über 3.500 bis 7.500 kg

Wenn Sie sich für mehr Zuladung entschieden oder ein größeres Modell gekauft haben, greifen andere Regeln. Über 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse rücken die Prüftermine ab einem bestimmten Fahrzeugalter enger zusammen.

Für Neufahrzeuge in dieser Gewichtsklasse steht die erste Hauptuntersuchung schon nach zwei Jahren an. Danach bleibt es zunächst bei 24 Monaten - nach Anlage VIII der StVZO allerdings nur in den ersten 72 Monaten. Nach diesen sechs Jahren wird die Hauptuntersuchung für Wohnmobile über 3,5 bis 7,5 Tonnen jährlich fällig. Manche Umsteiger, die ihr bisheriges 3,5-Tonnen-Modell gegen einen schwereren Camper getauscht haben oder eine Auflastung haben eintragen lassen, übersehen diesen Sprung - weil sie sich auf den gewohnten Zwei-Jahres-Rhythmus verlassen statt auf die Plakette.

Die echten Riesen: über 7.500 kg

Für die seltene Gattung der ganz großen Reisemobile (Linienbus-Format oder Lkw-Basis) über 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse gilt der engste Takt: Diese Fahrzeuge müssen von der Erstzulassung an jährlich zur Hauptuntersuchung. Eine Erleichterung bleibt: Die Sicherheitsprüfung (SP), die schwere Lkw zusätzlich durchlaufen, sieht Anlage VIII für Wohnmobile nicht vor.

Was passiert, wenn Sie den Termin überziehen?

Den Termin lesen Sie an der Plakette ab: Die Zahl in der Mitte nennt das Jahr, die Zahl oben auf zwölf Uhr den Monat. Bis zum Ende dieses Monats muss das Fahrzeug vorgeführt sein - das ist der Vorführtermin, von dem Bußgeldkatalog und Gebührenordnung ausgehen.

Der Regelsatz im Bußgeldkatalog greift erst, wenn dieser Termin um mehr als zwei Monate überschritten ist. Stand Oktober 2026 sind es 15 Euro bei mehr als zwei bis vier Monaten, 25 Euro bei mehr als vier bis acht Monaten und 60 Euro plus ein Punkt in Flensburg, wenn Sie mehr als acht Monate überziehen.

Wer länger als zwei Monate überzieht, zahlt auch an der Kasse der Prüfstelle mehr: Nach Anlage VIIIa der StVZO wird die Hauptuntersuchung dann um Ergänzungsuntersuchungen erweitert, und die Gebührenordnung schlägt dafür 20 Prozent auf die HU-Gebühr auf. Und wenn Sie mit einer abgelaufenen Plakette in einen Unfall verwickelt werden, müssen Sie mit unangenehmen Fragen Ihrer Versicherung rechnen, falls ein technischer Mangel ursächlich war.

Der Prüfablauf: Was schaut sich der Experte an?

Wenn Sie Ihr Wohnmobil in die Prüfhalle fahren, durchläuft es ein standardisiertes Programm. Die Hauptuntersuchung ist eine zerlegungsfreie Sicht-, Funktions- und Wirkungsprüfung: Der Prüfer rüttelt, leuchtet, misst und vergleicht, auseinandergebaut wird nichts.

Die Bremsen auf dem Prüfstand

Im Mittelpunkt jeder Hauptuntersuchung steht der Bremsenprüfstand. Achse für Achse fährt das Fahrzeug auf Rollen, die die Räder antreiben. Der Prüfer tritt auf die Bremse, und ein Rechner misst die Bremskraft an jedem Rad. Zwei Dinge zählen: Die Bremskraft muss insgesamt zur zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs passen - das ist die Mindestabbremsung -, und die beiden Räder einer Achse dürfen nur begrenzt voneinander abweichen, sonst zieht das Fahrzeug beim Bremsen zur Seite. Auch die Feststellbremse kommt auf die Rollen.

Das Fahrwerk unter der Lupe

Auf der Hebebühne oder über der Grube ist dann das Fahrwerk dran. Ein Gelenkspieltester schiebt die Räder ruckartig hin und her, damit sich Spiel in Lenkung und Aufhängung zeigt. Der Sachverständige steht mit einer hellen Lampe unter dem Fahrzeug und prüft Querlenker, Traggelenke, Spurstangenköpfe und Gummilager. Haben diese Bauteile Spiel? Ist eine Manschette gerissen, sodass Fett austritt und Schmutz eindringen kann?

Stoßdämpfer dürfen nicht ölen, Federn dürfen keine Brüche aufweisen. Gerade Wohnmobile, die ständig nahe an der zulässigen Gesamtmasse oder überladen sogar darüber bewegt werden, belasten diese Bauteile enorm.

Sicherheitshinweis: Überladung ist eine Ordnungswidrigkeit - und vor allem ein Sicherheitsrisiko: Ein überladenes Reisemobil hat einen längeren Bremsweg und neigt stärker zum Kippen, seine Reifen können platzen. Wiegen Sie Ihr Fahrzeug reisefertig auf einer öffentlichen Waage, verstauen Sie Schweres tief und achsnah, und sichern Sie es.

Reifenalter und Tragfähigkeit

Bei den Reifen sieht der Prüfer genau hin. Das Mindestprofil von 1,6 Millimetern nach § 36 StVZO ist die gesetzliche Untergrenze - der ADAC rät, Sommerreifen schon bei drei und Winterreifen bei vier Millimetern zu ersetzen. Der Prüfer achtet aber nicht nur auf das Profil: Er sucht nach Rissen in den Flanken und vergleicht Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitsindex mit den Fahrzeugpapieren. Wenn die Werte der Reifen unter denen in den Papieren liegen, gibt es keine Plakette. Eine Ausnahme nennt § 36 Abs. 5 StVZO für Winterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex: Ihre zulässige Höchstgeschwindigkeit muss dann im Blickfeld des Fahrers angegeben sein - und darf nicht überschritten werden.

Oft diskutiert wird das Reifenalter. Die letzten vier Ziffern der DOT-Kennzeichnung verraten Woche und Jahr der Herstellung. Ein festes Höchstalter für die Reifen kennt die Hauptuntersuchung beim Wohnmobil nicht. Alterungsrisse im Gummi beanstandet der Prüfer aber unabhängig vom Herstelldatum.

Hartnäckig hält sich das Missverständnis, für Tempo 100 dürften die Reifen eines Wohnmobils höchstens sechs Jahre alt sein. Für Wohnmobile über 3,5 bis 7,5 Tonnen nennt § 1 der 12. Ausnahmeverordnung zur StVO 100 km/h auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen - vorausgesetzt, das Fahrzeug ist im Fahrzeugschein als Wohnmobil bezeichnet. Ein Höchstalter für die Reifen gehört nicht zu den Voraussetzungen. Die sechs Jahre stammen aus der Tempo-100-Regelung für Gespanne, der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO, und gelten dort für die Reifen des Anhängers.

Die Karosserie und der Aufbau

Ein Wohnmobil ist eine Kombination aus Nutzfahrzeug-Chassis und Wohnaufbau, und beides wird begutachtet. Am Chassis des Basisfahrzeugs (Ducato, Sprinter, Transit) sucht der Prüfer nach Rost an tragenden Teilen. Oberflächenrost am Rahmen ist unkritisch, Durchrostungen bedeuten dagegen: keine Plakette.

Am Aufbau sucht der Prüfer nach scharfen Kanten und nach allem, was sich lösen könnte. Ist die Stoßstange gebrochen? Hängt die Markise sicher an der Wand, oder haben sich die Halterungen durch ständige Vibrationen gelockert? Ein Fahrradträger am Heck muss fest verschraubt sein, alle Leuchten und das Kennzeichen müssen trotz Träger gut sichtbar bleiben.

Auch die Aufbaufenster aus Acrylglas sieht sich der Prüfer an. Wenn die Scheiben tiefe Risse haben, die ihre Stabilität gefährden, kann er das als Mangel notieren.

Beleuchtung und Sicht

Eine defekte Kennzeichenbeleuchtung oder ein verstellter Scheinwerfer gehören zu den häufigen Beanstandungen - und zu den ärgerlichen, denn beides lässt sich vorher erledigen: Die Lampe der Kennzeichenbeleuchtung tauschen Sie meist in wenigen Minuten selbst, die Scheinwerfer stellt jede Werkstatt ein. Geprüft wird die gesamte Beleuchtung, bis hinauf zu den Umrissleuchten an Alkoven und Heck.

Steinschläge in der Windschutzscheibe sieht sich der Prüfer genau an. Wenn die Scheibe im direkten Sichtfeld des Fahrers beschädigt ist, gibt es die Plakette in aller Regel erst mit einer neuen Scheibe.

Die Abgasuntersuchung (AU)

Die Abgasuntersuchung ist heute fester Bestandteil der HU. Der Prüfer liest den Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts über die OBD-Schnittstelle aus. Wenn das System abgasrelevante Fehler meldet, ist die AU nicht bestanden. Seit 2018 wird zusätzlich wieder am Endrohr gemessen. Bei Dieseln der Euro-6-Norm kommt seit Juli 2023 die Partikelzählung hinzu - so fällt ein defekter oder ausgebauter Partikelfilter auf.

Die Wohnmobil-Zulassung: Ist noch drin, was draufsteht?

In Ihren Papieren steht als Fahrzeugart „So.Kfz Wohnmobil“. Was ein Wohnmobil ausmacht, beschreibt die EU-Typgenehmigungsverordnung 2018/858 in Anhang I: Sitze und Tisch, Schlafgelegenheiten, eine Kochmöglichkeit und Einrichtungen zur Unterbringung von Gepäck. Diese Ausrüstung ist im Wohnbereich fest anzubringen; nur der Tisch darf leicht zu entfernen sein. Ein Gaskartuschen-Kocher, den Sie bei Bedarf aus einer Kiste auf den Tisch stellen, ist keine fest angebrachte Kochmöglichkeit.

Wenn Sie in einem Anflug von Minimalismus die komplette Küche ausgebaut haben und nur noch eine Matratze hinten im Kastenwagen liegt, weicht Ihr Fahrzeug von dem ab, was in den Papieren steht. Der Prüfer kann das im Untersuchungsbericht vermerken; über die Einstufung als Wohnmobil entscheidet dann die Zulassungsbehörde.

Was passiert mit der Gasanlage?

Jahrelang war die Gasprüfung nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 Voraussetzung für das Bestehen der Hauptuntersuchung: Ohne gültige Gasprüfbescheinigung gab es keine Plakette. Das hat sich geändert. Seit Januar 2020 wird die Gasprüfung bei der Hauptuntersuchung nicht mehr bewertet, im April 2022 fiel sie ganz aus der HU-Richtlinie. Die Plakette hängt seitdem nicht mehr an der Gasprüfung.

Seit dem 19. Juni 2025 ist sie dafür eine eigene Pflicht: § 60 der StVZO verlangt sie unabhängig von der Hauptuntersuchung. Auch als privater Halter müssen Sie Ihre Flüssiggasanlage alle 24 Monate von einem Sachkundigen nach G 607 prüfen lassen. Der Bußgeldkatalog sieht 15 Euro vor, wenn die Frist um mehr als zwei bis vier Monate überzogen ist, 25 Euro bei mehr als vier bis acht und 60 Euro bei mehr als acht Monaten (Stand Oktober 2026).

Dazu kommt die Praxis: Manche Campingplätze verlangen bei der Anmeldung einen Nachweis über die Gasprüfung - ohne ihn kann es an der Rezeption schwierig werden.

Sicherheitshinweis: Zur Gasanlage gehört auch die Luft, die ihre Flammen brauchen. Kleben Sie die Zwangslüftungen nie zu - Kocher und Backofen ziehen ihre Verbrennungsluft aus dem Wohnraum. Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung, ist geruchlos und kann tödlich sein. Installieren Sie deshalb einen geprüften CO-Melder.

Beachten Sie immer die Freigaben und Angaben in Ihrem Fahrzeug- und Aufbauhandbuch - dort steht auch, welche Lüftungsöffnungen frei bleiben müssen.

So bereiten Sie sich auf den Termin vor

Nicht jeder Mangel kostet die Plakette. Geringe Mängel werden im Untersuchungsbericht notiert, die Plakette gibt es in der Regel trotzdem - beheben lassen müssen Sie diese Mängel innerhalb eines Monats. Bei einem „erheblichen Mangel“ gibt es keine Plakette: Sie haben dann einen Monat Zeit, den Mangel beheben zu lassen und das Fahrzeug zur Nachprüfung vorzuführen; wer später kommt, durchläuft eine neue Hauptuntersuchung. Die Nachprüfung kostet Zeit und noch einmal Geld, nach Angaben des ADAC in der Regel rund 30 Euro. Diese zweite Runde können Sie sich oft sparen, wenn Sie Ihr Wohnmobil vorher selbst durchgehen.

Gehen Sie zu zweit einmal um das Fahrzeug und schalten Sie die gesamte Beleuchtung durch: Blinker, Abblend- und Fernlicht, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung und die Umrissleuchten oben am Aufbau. Für die Bremslichter muss ohnehin jemand aufs Pedal treten.

Sehen Sie sich die Sicherheitsgurte an, auch die im Aufbau, die selten jemand benutzt. Ziehen Sie sie ganz heraus: Fransen die Ränder aus, gibt es Einschnitte? Rasten die Gurtschlösser sauber ein?

Dann die Ausrüstung: Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten gehören an Bord - eine Weste für jeden Sitzplatz ist sinnvoll. Über 3,5 Tonnen nennt § 53a StVZO zusätzlich eine Warnleuchte, über vier Tonnen § 41 StVZO einen Unterlegkeil. Sehen Sie auch auf das Haltbarkeitsdatum des Verbandkastens: Ein abgelaufener Kasten landet meist als geringer Mangel im Bericht - die Plakette kostet er nicht, vermeidbar ist er trotzdem. Einen älteren Kasten mit noch gültigem Datum müssen Sie nicht ersetzen, nur weil die DIN 13164 inzwischen überarbeitet wurde: § 35h StVZO nennt weiterhin die Ausgaben von 1998 und 2014.

Nehmen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil I mit - und, wenn Sie etwas verändert haben, die Papiere dazu. Für eine Nachrüst-Luftfederung, andere Felgen oder eine geänderte Reifengröße braucht der Prüfer den Nachweis, dass die Änderung zulässig ist: je nach Fall die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) des Teils, die Bestätigung über die Abnahme des Einbaus oder den Eintrag in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Ohne diese Papiere kann er die Änderung nicht bewerten. Wer Licht, Gurte und Papiere vorher durchgeht, hat gute Aussichten, dass es bei einem Termin bleibt.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er gilt vor allem für Deutschland - in Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln. Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei Ihnen konkret wird, fragen Sie die zuständige Stelle oder anwaltlichen Rat.

Die Plakette ist eine Momentaufnahme, kein Freibrief

Eine frische Plakette auf dem Kennzeichen ist beruhigend, aber sie nimmt Ihnen nicht die Verantwortung ab. Der Prüfer sieht den Zustand eines einzigen Tages. Von einem Marderbiss am Kühlwasserschlauch am Wochenende danach oder einem durchgescheuerten Stromkabel nach 3.000 Kilometern Rüttelpiste in Skandinavien weiß die Plakette nichts. Nehmen Sie die Hauptuntersuchung als das, was sie ist: der gründliche Blick eines Fachmanns auf Ihr rollendes Zuhause. Der Reifendruck vor der Abfahrt, der Blick auf Ölstand und Bremsflüssigkeit, das Ohr für neue Geräusche - das bleibt Ihre Sache.

❓ Häufige Fragen zum TÜV beim Wohnmobil

Wie oft muss mein Wohnmobil zum TÜV?

Reisemobile bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse müssen als Neuwagen nach drei Jahren, danach alle 24 Monate zur HU. Bei mehr als 3.500 bis 7.500 kg ist die erste HU nach zwei Jahren fällig, danach alle 24 Monate und nach den ersten 72 Monaten jährlich. Über 7.500 kg gilt von der Erstzulassung an der Jahresrhythmus.


Ist die Gasprüfung noch Pflicht für den TÜV?

Nein. Die Gasprüfung ist nicht mehr Teil der Hauptuntersuchung. Seit Juni 2025 schreibt § 60 StVZO sie aber eigenständig vor: Sie müssen die Gasanlage alle zwei Jahre prüfen lassen. Der Bußgeldkatalog sieht Regelsätze vor, wenn die Frist um mehr als zwei Monate überschritten ist.


Was kostet die Hauptuntersuchung für ein Wohnmobil?

Die Kosten für die HU inklusive Abgasuntersuchung unterscheiden sich je nach Bundesland und Prüforganisation. Der ADAC nennt für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gut 160 Euro, zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen rund 180 Euro und für Wohnmobile über 7,5 Tonnen rund 200 Euro (Stand: Juli 2026).


Darf ich den TÜV-Termin überziehen?

Vorgesehen ist es nicht; der Regelsatz im Bußgeldkatalog greift aber erst nach mehr als zwei Monaten. Stand Oktober 2026 werden bei mehr als zwei bis vier Monaten 15 Euro fällig, bei mehr als vier bis acht Monaten 25 Euro, bei mehr als acht Monaten 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Wer länger als zwei Monate überzieht, zahlt außerdem 20 Prozent Aufschlag auf die HU-Gebühr, weil die Untersuchung dann erweitert wird.


Was passiert, wenn ich durchfalle?

Bei erheblichen Mängeln erhalten Sie keine Plakette. Sie haben dann einen Monat Zeit, die Mängel beheben zu lassen und Ihr Wohnmobil zur Nachprüfung vorzuführen. Wer später kommt, durchläuft eine neue Hauptuntersuchung.

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