Kühlschrank im Wohnmobil verstehen: Absorber, Kompressor und richtiges Betreiben

Erster heißer Tag der Tour, Mittagspause auf einem Parkplatz in der prallen Sonne. Sie öffnen die Kühlschranktür, greifen nach der Butter - und sie ist weich. Das Bier lau. Dabei lief das Gerät die ganze Zeit. Wer das schon erlebt hat, ahnt: Ein Kühlschrank im Wohnmobil ist kein Haushaltsgerät, das Sie einbauen und vergessen. Er hat Eigenheiten, die zu Hause keine Rolle spielen - und je nach Bauart sind es ganz unterschiedliche.

Im Reisemobil treffen Sie auf zwei grundverschiedene Prinzipien: den leisen, langsamen Absorber, der wahlweise mit Gas, Landstrom oder Bordspannung läuft, und den Kompressor, der arbeitet wie der Kühlschrank in Ihrer Küche. Beide kühlen, aber auf völlig verschiedene Weise - und sie verlangen von Ihnen völlig verschiedene Dinge. Wenn Sie das verstehen, ärgern Sie sich seltener über laues Bier und betreiben Ihr Gerät vor allem sicher.

Wie der Absorberkühlschrank kühlt - ganz ohne bewegliche Teile

Der Absorber hat keinen Motor, keinen Kompressor, kein einziges sich drehendes Teil. Er kühlt mit Wärme - das klingt widersinnig, ist aber das Schöne an diesem alten, robusten Prinzip.

Im Inneren arbeitet eine Lösung aus Ammoniak und Wasser, dazu ein Hilfsgas, meist Wasserstoff. Eine Wärmequelle erhitzt das Gemisch im sogenannten Kocher; in dem geschlossenen Kreislauf aus Verdampfen und Kondensieren entzieht das Ammoniak im Verdampfer dem Innenraum Wärme, ehe das Wasser es wieder aufnimmt und der Kreislauf von vorn beginnt. Ein System, das sich selbst trägt, solange Wärme zugeführt wird.

Diese Wärme können Sie auf drei Wegen liefern: über eine kleine Gasflamme, über eine elektrische Heizpatrone am 230-Volt-Landstrom oder über eine zweite am 12-Volt-Bordnetz. Drei Energiequellen, ein Gerät - das ist die große Stärke des Absorbers und der Grund, warum er sich über Jahrzehnte im Reisemobil gehalten hat. Ob autark in den Bergen, am Landstrom oder während der Fahrt: Es findet sich fast immer eine Quelle.

Manche Geräte erledigen diese Auswahl von selbst. Dometic nennt das AES, automatische Energiewahl: Die Elektronik folgt einer festen Rangfolge. Landstrom geht vor, 12 Volt gibt es nur bei laufendem Motor, und Gas kommt erst an die Reihe, wenn keine elektrische Quelle zur Verfügung steht.

Der Preis für diese Vielseitigkeit: Der Absorber kühlt langsam, leise und mit begrenzter Leistung - kein Sprinter, und obendrein heikel. Zwei Dinge bringen ihn aus dem Tritt, und beide sollten Sie kennen, bevor Sie sich über laue Lebensmittel wundern.

Warum waagerecht stehen so wichtig ist

Der ganze Kreislauf beruht darauf, dass die Ammoniak-Wasser-Lösung durch die Schwerkraft an die richtige Stelle zurückläuft. Steht das Fahrzeug schief, stimmt dieser Rückfluss nicht mehr, und die Kühlleistung bricht ein - schon wenige Grad Schräglage machen sich bemerkbar. Einen festen Gradwert für alle Geräte gibt es nicht; die Toleranz hängt vom Modell ab, maßgeblich ist die Angabe in Ihrer Bedienungsanleitung. Eine Wasserwaage oder eine simple Libelle auf dem Armaturenbrett hilft mehr, als Sie denken: Richten Sie das Fahrzeug mit Auffahrkeilen waagerecht aus, bevor Sie sich nach langer Standzeit über einen lauwarmen Innenraum ärgern.

Wichtig ist dabei die Dauer: Die kurzfristige Schieflage in Kurven oder am Hang gleicht das System während der Fahrt aus. Kritisch wird erst die Dauer-Schräglage im Stand. Stehen Sie über Nacht merklich schief, sollten Sie morgens nicht überrascht sein.

Hitze ist sein zweiter Feind - und was im Sommer hilft

Der Absorber hat eine Komfortzone, und die ist schmaler, als viele denken. In den Anleitungen gängiger Dometic-Geräte steht die Klimaklasse SN: ausgelegt für Umgebungstemperaturen von plus zehn bis plus 32 Grad. An einem Hochsommertag mit mehr als 30 Grad im Schatten arbeitet er also am Rand dessen, wofür er gebaut ist - in einem geschlossenen, aufgeheizten Fahrzeug erst recht.

Das ist keine Macke Ihres Fahrzeugs, sondern Physik: Das Gerät kühlt, indem es Wärme abgibt, und je heißer die Umgebungsluft an der Rückseite, desto schlechter wird diese Abwärme abgeführt. Alle Gegenmaßnahmen laufen deshalb auf eines hinaus - der Abwärme einen freien Weg nach draußen verschaffen.

Richten Sie das Fahrzeug so aus, dass die Lüftungsseite im Schatten liegt, nicht in der prallen Mittagssonne - eine sonnenbeschienene Außenwand heizt den Einbauschacht zusätzlich auf. Kühlen Sie vor der Abfahrt am Landstrom kräftig vor, stellen Sie nichts Warmes hinein und packen Sie den Innenraum nicht randvoll - wo die Luft nicht zirkuliert, kühlt es ungleichmäßig.

Für hartnäckige Sommerprobleme gibt es einen einfachen Nachrüstweg: einen Zusatzlüfter, der die warme Abluft aktiv nach draußen befördert. Die Dometic-Anleitungen raten dazu, wenn es über längere Zeit heißer ist als 32 Grad. Die Verkabelung greift ins 12-Volt-Bordnetz ein, deshalb gehört sie in saubere Hände.

Sicherheitshinweis: Lassen Sie eine solche elektrische Nachrüstung fachkundig ausführen. Falsche Querschnitte und fehlende Sicherungen sind eine ernste Brandursache - gerade an einem Gerät, das im Gasbetrieb ohnehin eine Flamme führt. Greifen Sie im Zweifel nicht selbst ins Bordnetz ein.

Die Lüftungsgitter sind kein Zierrat

Werfen Sie einmal einen Blick auf die Außenwand Ihres Reisemobils, dort wo der Kühlschrank sitzt. Sie finden zwei Gitter: Durch das untere strömt kühle Luft ein, am oberen entweicht die warme Abluft. Dieser Kamineffekt führt die Abwärme nach außen, getrennt vom Wohnraum. Bleiben die Gitter frei, funktioniert das. Stellen Sie aber das Fahrrad davor, lehnen die Markisenstange dagegen oder wächst im Standurlaub das Gras hoch, staut sich die Wärme.

Im reinen Strombetrieb ist das ärgerlich. Im Gasbetrieb wird es gefährlich - denn dann brennt hinter diesen Gittern eine offene Flamme, deren Abgase nach außen geführt werden müssen.

Sicherheitshinweis: Betreiben Sie den Absorber im Gasbetrieb niemals mit zugestellten oder verschmutzten Lüftungsgittern. Bei gestörter Be- und Entlüftung verbrennt das Gas unvollständig, und es entsteht Kohlenmonoxid - ein farb- und geruchloses Gas, das tödlich sein kann. Halten Sie die äußeren Lüftungsöffnungen frei, prüfen Sie die Abgasführung und installieren Sie einen CO-Melder im Wohnraum sowie, weil Flüssiggas schwerer als Luft ist, einen Gaswarnmelder in Bodennähe.

Wintergitter und die Pflege der Lüftung

Dieselben Gitter, die im Sommer frei bleiben müssen, verlangen im Winter das Gegenteil. Jetzt strömt zu kalte Luft an die Rückseite, und die kann die Leistung des Aggregats einschränken. Dagegen gibt es Winterabdeckungen, oft Wintergitter genannt, die Sie von außen auf die Lüftungsgitter setzen. Dometic rät in seinen Anleitungen, sie unterhalb von etwa plus zehn Grad anzubringen oder dann, wenn die Kühlleistung bei Kälte spürbar nachlässt.

Kontrollieren Sie im Winter außerdem regelmäßig, ob Schnee oder Laub die Gitter und die Abgasführung zusetzen. Und denken Sie an die Gegenrichtung: Sobald es wieder wärmer wird, kommen die Abdeckungen herunter, sonst wird im Frühjahr aus dem Helfer ein Hitzestau.

Die laufende Pflege ist kein großer Aufwand, entscheidet aber über die Leistung. Halten Sie Gitter und Kühlrippen sauber und insektenfrei - Spinnweben und Nester drosseln den Luftstrom, mit Druckluft oder einem weichen Pinsel ist der Schacht rasch wieder frei. Arbeiten Sie dort nur am ausgeschalteten, abgekühlten Gerät, denn das Aggregat wird im Betrieb sehr heiß. Halten Sie die Türdichtung sauber, ohne Öl oder Fett, und tauen Sie das Gerät ab, bevor sich eine dicke Eisschicht aufbaut. Beim Waschen des Fahrzeugs hat der Hochdruckreiniger an den Lüftungsgittern nichts zu suchen.

Und ein Punkt, den viele erst nach dem ersten muffigen Frühjahr lernen: Steht das Fahrzeug länger, sichern Sie die Tür in der Lüftungsstellung, die viele Geräte bieten - so bleibt ein Spalt offen, und es bildet sich kein Schimmel. Läuft Ihr Absorber auch mit Gas, verlangt Dometic etwa, den Brenner bei Bedarf, mindestens aber einmal im Jahr zu reinigen. Das ist Arbeit für den Fachbetrieb, und sie fällt öfter an als die Gasprüfung alle zwei Jahre.

Der Kompressorkühlschrank - Haushaltstechnik im Aufbau

Jetzt die andere Welt. Der Kompressorkühlschrank arbeitet wie das Gerät in Ihrer Küche zu Hause: Ein elektrisch angetriebener Kompressor, meist mit 12 Volt aus der Bordbatterie, pumpt ein Kältemittel im Kreis und erzeugt so aktiv Kälte. Kein Gas, keine Flamme, keine Wärmequelle.

Die Unterschiede zum Absorber merken Sie sofort: Der Kompressor kühlt schnell und kräftig herunter, ist weitgehend lageunabhängig und kommt mit Hitze deutlich besser zurecht als der Absorber.

Diese Leistung hat einen Preis, und der heißt Strom. Der Kompressor bedient sich Tag und Nacht an der Aufbaubatterie, jedes Mal, wenn er anspringt, und ist dann mit einem leisen Brummen hörbar. Vor allem aber: Geht Ihnen die Batterie aus, geht der Kühlschrank aus. Ein Umschalten auf Gas wie beim Absorber gibt es nicht, diese Sicherheitsreserve fehlt.

Deshalb gehört zu einem Kompressorgerät zwingend eine ausreichend dimensionierte Bordstromversorgung - eine tragfähige Aufbaubatterie, idealerweise mit Solar auf dem Dach. Wollen Sie autark stehen, denken Sie das von Anfang an mit.

Und wie viel? Im Netz kursieren griffige Werte, so und so viel Amperestunden pro Tag, und als grobe Orientierung taugen sie. Wie viel Ihr Gerät wirklich zieht, hängt aber von Größe, Außentemperatur, Türöffnungen und Modell ab. Belastbar ist das Datenblatt Ihres konkreten Geräts - planen Sie Batterie und Solar lieber mit Reserve als auf Kante.

Strom während der Fahrt und im Stand

Beim Strom trennen sich die beiden Bauarten noch einmal. Warum läuft der Absorber auf 12 Volt nur unterwegs? Die elektrische Heizpatrone zieht so kräftig, dass sie eine Aufbaubatterie im Stand binnen kurzer Zeit leeren würde. Dometic schreibt deshalb in seine Anleitungen, den 12-Volt-Betrieb nur bei laufendem Motor zu wählen - und zählt ihn zugleich zu den Bedingungen, unter denen der Kühlschrank die nötige Temperatur für empfindliche Lebensmittel nicht garantieren kann. Vorgekühlt wird also vorher am Landstrom, unterwegs geht es vor allem darum, die Kälte zu halten.

In vielen Fahrzeugen ist dieser Betrieb technisch an den laufenden Motor gekoppelt: Die Heizpatrone bekommt über ein Relais nur Strom, solange die Lichtmaschine arbeitet. Stellen Sie den Motor ab, fällt der 12-Volt-Betrieb weg. Geräte mit Automatik wechseln dann selbst zu Landstrom oder Gas, bei allen anderen schalten Sie um - so wartet am nächsten Morgen keine leere Batterie auf Sie.

Der Kompressor kennt dieses Problem nicht: Er hängt ohnehin an der Aufbaubatterie und läuft mit Solar und einer tragfähigen Lithiumbatterie auch im Stand tagelang durch, wo der Absorber auf Gas umschalten müsste.

KriteriumAbsorberKompressor
EnergiequelleGas, 230 V oder 12 V12 V (Bordbatterie)
Kühltempolangsam, begrenztschnell und kräftig
Lagemuss eben stehenweitgehend lageunabhängig
Hitzelässt bei großer Hitze nachdeutlich hitzetauglicher
Strombedarfim Gasbetrieb kaum, auf 12 V hochtäglich aus der Batterie
Gasbetriebjanein
Tendenzen je Bauart - das konkrete Modell entscheidet.

Welcher Kühlschrank im Wohnmobil zu welchem Reisestil passt

Welche Bauart die richtige ist, hängt daran, wie und wo Sie reisen. Der Absorber eignet sich vor allem für das gasautarke Stehen: tagelang abseits vom Landstrom, ohne große Batterie- und Solaranlage, ohne ständigen Blick auf den Ladezustand. Eine Gasflasche hält ihn im Tagesbetrieb erstaunlich lange am Laufen, weil er sparsam mit Gas umgeht. Ziehen Sie im Frühjahr und Herbst durch die Berge und planen die Sonne nicht als Stromquelle ein, sind Sie damit gut bedient - solange die Außentemperaturen moderat bleiben.

Der Kompressor eignet sich eher für die strombasierte Autarkie und für die Hitze. Wo ohnehin Solar auf dem Dach liegt und eine Lithiumbatterie im Boden steckt, ist sein laufender Strombedarf verkraftbar - und in heißen Reiseländern, an der spanischen oder kroatischen Küste im Hochsommer, kühlt er zuverlässiger, wo der Absorber an seine Grenzen kommt.

Das ist eine Tendenz, kein Gesetz - ein gut belüfteter Absorber mit Zusatzlüfter kommt auch durch manchen heißen Tag. Aber als Faustregel taugt sie: Ziehen Sie Ihre Energie aus der Gasflasche, fahren Sie mit dem Absorber gut; stammt sie aus Solar und Lithium und reisen Sie oft in den Süden, mit dem Kompressor.

Die Bauart im gebrauchten Fahrzeug haben Sie nicht in der Hand, den richtigen Betrieb sehr wohl. Und sobald Gas im Spiel ist, gibt es keine Tendenzen mehr, sondern feste Linien: Die Sicherheitsregeln, die jetzt kommen, sind kein Komfortthema.

Gasbetrieb während der Fahrt - nur mit der richtigen Sicherheitstechnik

Darf der Kühlschrank während der Fahrt mit Gas laufen? Die Frage stellen sich viele, gerade an heißen Reisetagen. Die Antwort ist ein klares Jein, und das Detail entscheidet.

Es kommt auf eine Sicherheitsabsperreinrichtung an, die bei einem Unfall verhindert, dass Gas austritt. In der Praxis sind das zwei Bauteile: ein Gasdruckregler mit Crashsensor, etwa Truma MonoControl CS oder DuoControl CS, und Hochdruckschläuche mit eingebauter Schlauchbruchsicherung. Der Crashsensor erkennt die starke Verzögerung eines Aufpralls und sperrt das Gas. Truma gibt dafür einen Auslösewert von 4 g an, mit einer Toleranz von plus/minus 1 g, und räumt ein, dass manchmal schon ein Schlagloch reicht. Dann setzen Sie den Sensor am Resetknopf zurück.

Vorgeschrieben ist eine solche Einrichtung für Reisemobile ab Baujahr 2007, wenn die Gasheizung während der Fahrt laufen soll - so verlangen es die EU-Vorschriften für Fahrzeugheizungen. Truma nennt bei seinen Reglern mit Crashsensor ausdrücklich auch den Kühlschrank. Für ältere Fahrzeuge und im Ausland können andere Regeln gelten.

Beachten Sie immer die Freigaben und Angaben in Ihrem Fahrzeug- und Aufbauhandbuch. Ist der Gasbetrieb während der Fahrt dort nicht freigegeben, fahren Sie mit geschlossenem Gas, kühlen vorher am Landstrom vor und halten die Temperatur unterwegs über das Bordnetz.

An der Tankstelle: Gas aus, ausnahmslos

Es gibt einen Ort, an dem keine noch so moderne Sicherheitstechnik den Gasbetrieb rechtfertigt: die Tankstelle. Bevor Sie auf das Tankstellengelände fahren, gehören alle Gasgeräte ausgeschaltet - der Kühlschrank eingeschlossen.

Der Grund ist so einfach wie ernst. Hinter dem Lüftungsgitter des Absorbers brennt im Gasbetrieb eine offene Flamme, und beim Tanken stehen direkt daneben brennbare Kraftstoffdämpfe in der Luft. Eine Zündquelle neben verdunstendem Benzin oder Diesel - das ist genau die Konstellation, die unbedingt zu vermeiden ist.

Sicherheitshinweis: Schalten Sie jedes Gasgerät aus, bevor Sie an die Zapfsäule fahren, auch den Gaskühlschrank - und zwar auch dann, wenn Ihr Fahrzeug einen Crashsensor hat. Die offene Gasflamme des Absorbers kann die Kraftstoffdämpfe entzünden. Ein Crashsensor schützt davor nicht; er reagiert auf die Wucht eines Aufpralls, nicht auf eine Flamme an der Zapfsäule.

Geräte mit AES-Automatik sind darauf vorbereitet: Nach dem Abstellen des Motors startet die Elektronik den Gasbetrieb erst nach 15 Minuten, damit der Kühlschrank nicht ausgerechnet an der Zapfsäule auf Gas umschaltet. Dauert der Tankstopp länger, schalten Sie das Gerät selbst aus oder auf eine andere Energieart um.

Übertrieben ist das nicht, die Regel steht so in den Bedienungsanleitungen: Dometic untersagt den Gasbetrieb seiner Absorber an Tankstellen, auf Fähren und beim Transport des Fahrzeugs, in neueren Anleitungen auch in Parkhäusern - wegen Brandgefahr. In manchen Tunneln verlangen zudem die Betreiber, dass das Gas aus ist. Schließen Sie vor solchen Passagen am besten gleich das Flaschenventil.

Ein letzter Punkt zum Thema Gas, der oft untergeht: Die Gasprüfung nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 umfasst auch Ihren Gaskühlschrank samt Abgasführung, denn er hängt an derselben Anlage. Seit dem 19. Juni 2025 schreibt § 60 StVZO sie vor, im Abstand von jeweils 24 Monaten und unabhängig von der Hauptuntersuchung.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: September 2026). Er gilt vor allem für Deutschland - in Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln. Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei Ihnen konkret wird, fragen Sie die zuständige Stelle oder anwaltlichen Rat.

Der kleine Kasten, der über Ihre Reise mitentscheidet

Diesen einen Kasten im Aufbau unterschätzen viele. Er steht da, summt leise oder gar nicht, und solange das Bier kalt ist, denkt niemand an ihn. Dabei steckt in der Frage Absorber oder Kompressor ein gutes Stück davon, wie autark Sie unterwegs stehen und wie souverän Sie durch einen heißen August kommen.

Verstehen Sie sein Prinzip, dann verzeihen Sie ihm seine Eigenheiten leichter. Der Absorber will gerade stehen, freie Luft atmen und mag keine Gluthitze; der Kompressor will Strom und gibt Ihnen dafür Leistung bei jedem Wetter. Wer das beherzigt, hat selten laue Butter - und behandelt den Gasbetrieb mit dem Respekt, den eine offene Flamme im Fahrzeug verdient. Ein gut betriebener Kühlschrank im Wohnmobil ist am Ende kein Hexenwerk, sondern eine Frage von ein paar Handgriffen, die zur Gewohnheit werden - und einer Sicherheitsregel, von der Sie nie abweichen.

❓ Häufige Fragen zum Kühlschrank im Wohnmobil

Was ist der Unterschied zwischen Absorber- und Kompressorkühlschrank?

Der Absorber kühlt mit Wärme aus Gas, 230 Volt oder 12 Volt, läuft lautlos, aber langsam und reagiert empfindlich auf Schräglage und Hitze. Der Kompressor arbeitet wie ein Haushaltsgerät mit einem elektrischen Kompressor: schnell, weitgehend lageunabhängig und deutlich hitzetauglicher, dafür zieht er seinen Strom täglich aus der Batterie und kennt keinen Gasbetrieb.


Warum muss mein Wohnmobil für den Kühlschrank waagerecht stehen?

Das gilt nur für den Absorber. Sein Kreislauf beruht auf der Schwerkraft: Steht das Fahrzeug im Stand dauerhaft schief, läuft die Ammoniak-Wasser-Lösung nicht mehr richtig zurück und die Kühlleistung bricht ein. Schon wenige Grad Schräglage machen sich bemerkbar. Richten Sie das Fahrzeug mit Auffahrkeilen aus und beachten Sie die Grenze in Ihrer Bedienungsanleitung.


Darf der Kühlschrank während der Fahrt mit Gas laufen?

Ja, wenn Ihr Fahrzeug dafür ausgerüstet und freigegeben ist: mit einer Sicherheitsabsperreinrichtung, die bei einem Unfall verhindert, dass Gas austritt - in der Praxis ein Gasdruckregler mit Crashsensor und Hochdruckschläuche mit Schlauchbruchsicherung. Für Reisemobile ab Baujahr 2007 ist eine solche Einrichtung vorgeschrieben, wenn die Gasheizung unterwegs laufen soll. Beachten Sie immer die Freigaben in Ihrem Fahrzeug- und Aufbauhandbuch.


Warum kühlt der Absorber auf 12 Volt nur während der Fahrt?

Die elektrische Heizpatrone braucht so viel Strom, dass sie die Aufbaubatterie im Stand schnell leeren würde. Dometic rät deshalb, den 12-Volt-Betrieb nur bei laufendem Motor zu wählen, und in vielen Fahrzeugen ist er über ein Relais ohnehin an die Lichtmaschine gekoppelt. Kühlen Sie vorher am Landstrom vor; im Stand übernehmen Gas oder Landstrom.


Muss ich den Gaskühlschrank an der Tankstelle ausschalten?

Ja, ausnahmslos - auch mit Crashsensor. Die offene Flamme des Absorbers kann Kraftstoffdämpfe entzünden; Dometic untersagt den Gasbetrieb deshalb an Tankstellen, auf Fähren und beim Transport des Fahrzeugs. Geräte mit Automatik warten nach dem Abstellen des Motors 15 Minuten, bevor sie auf Gas schalten - dauert der Tankstopp länger, schalten Sie selbst aus. In manchen Tunneln verlangen auch die Betreiber, dass das Gas aus ist.


Warum kühlt mein Absorberkühlschrank im Sommer schlecht?

Der Absorber gibt seine Abwärme an der Rückseite an die Umgebungsluft ab. Ist diese Luft heiß, wird die Abwärme schlecht abgeführt und die Kühlleistung sinkt. Gängige Dometic-Absorber sind laut Anleitung für Umgebungstemperaturen bis plus 32 Grad ausgelegt (Klimaklasse SN). Parken Sie die Kühlschrankseite in den Schatten, halten Sie die Lüftungsgitter frei, kühlen Sie am Landstrom vor und stellen Sie nichts Warmes ein. Für längere Hitzeperioden gibt es nachrüstbare Zusatzlüfter.


Wozu dienen die Lüftungsgitter an der Außenwand?

Sie führen die Abwärme des Absorbers nach außen ab, getrennt vom Wohnraum: unten strömt kühle Luft ein, oben entweicht die warme. Zugestellte oder verschmutzte Gitter mindern die Kühlleistung. Im Gasbetrieb sind sie zusätzlich ein Sicherheitsrisiko, weil eine gestörte Abgasführung zu Kohlenmonoxid führen kann. Halten Sie sie frei.

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